Ein Semester in Toulouse

 
01Dezember
2016

Die letzten Wochen!

Lang, lang ist's her seit ich den letzten Blogeintrag geschrieben habe. Ich habe das leider irgendwie immer etwas vergessen und nicht die Zeit gefunden, weil ich u.a. sehr viel verreist war. Es fing an mit einer Woche Gran Canaria Mitte Oktober, anschließend ein paar Tage in Paris, Besuch von meinem Vater hier in Toulouse und schließlich noch ein paar kleinere Trips hier in die Umgebung ( Bilder folgen!). Ihr seht also ich war wirklich viel weg, aber irgendwie muss man die Zeit ja nutzen, wenn man im Ausland studiert und ein relativ entspanntes Semester hat.

Zur Uni gibt es auch ein paar kleine Neuigkeiten: Ich hatte ja am Anfang von den sogenannten Travaux diriges (TD) berichtet, die ich in letzter Zeit recht häufig hatte. Hier arbeitet man quasi in Kleingruppen( ca. 10 Personen) immer zu einem bestimmten Thema im jeweiligen Fach. Man ist mmer in der gleichen Gruppe mit den gleichen Leuten zusammen und wir Erasmusstudenten wurde alle auf unterschiedliche Gruppen verteilt. Das ist eigentlich ganz gut, da man so auch mal die Möglichkeit hat mit Franzosen in Kontakt zu kommen und ein bisschen Französisch zu sprechen. Das ist sonst nämlich etwas schwer, da in den Vorlesungen ( wenn ich denn hingehe) immer unterschiedliche Leute sitzen , die auch dort nicht so wirklich kontaktfreudig sind und von den Franzosen im Wohnheim bekommt man irgendwie auch nichts mit.

In einem TD im Fach 'Pharmacologie' musste ich sogar eine Präsentation mit 2 weiteren Mädels halten. Ich war am Anfang etwas skeptisch als es hieß, dass ich mich auch vorne vor die Gruppe stellen soll und etwas auf Französisch vortragen muss, da ich sowas 1. sowieso nicht so gerne mag und 2. es mit meinem gebrochenen Französisch nochmal extra schwer ist zumal auch der Prof. nicht sonderlich nett ist und auch keine Rücksicht auf Erasmusstudenten nimmt. Aber 2 liebe Französinnen haben mich dann schließlich in ihre Gruppe aufgenommen und sich dann was möglichst einfaches überlegt was ich vortragen kann. Ich hab dann schließlich die Einführung in das Thema gemacht und das war dann lief dann auch ganz gut. Trotzdem finde ich es manchmal schade, dass ich noch nicht so gut Französisch kann und somit nicht wirklich mithelfen konnte bei der Gruppenarbeit v.a. weil das Thema wirklich interessant war. Jede Gruppe hatt nämlich quasi einen bestimmten Fall zu einer Tierart, die entweder gegen irgendeine Krankheit behandelt werden sollte oder ne Impfung bekommen sollte und dazu musste man dann die entsprechenden Medikamente raussuchen und quasi einen Behandlungsplan inkl. der Kosten für den Besitzer aufstellen sollte. In unserem Fall war es ein Ziegenzüchter, der die Ziegen zum Eigenbedarf für Milch- und Käseproduktion hält und jetzt eine geeignete Impfung sucht. Wir mussten dann zunächst die Krankheitserreger rausfinden und klassifizieren, welche die Ziegen befallen können. Anschließend mussten wir dann die passenden Medikamente rausfinden, welche hierfür in Frage kommen und schließlich die kostengünstigste und effektivste Behandlung vorstellen. Also wirklich eig. ein ganz interessante Art das zu lernen, da es vor allem sehr praxisbezogen ist und ich das aus München so auch noch nicht kannte.

Ansonsten habe ich jetzt aber nur noch diesen Freitag eine Pflichtveranstaltung und nächste Woche nur noch Vorlesungen und in 2 Wochen dann die Klausurenwoche. Wir haben aber das Glück, dass in München dieses Semester auch keine Klausuren geschrieben werden, weshalb wir die Klausuren hier nur so gut es geht mitschreiben sollen, aber es nicht schlimm ist, wenn wir sie nicht bestehen. Da bin ich echt ganz froh drüber, da ich sonst jetzt wirklich im mega Stress wäre und es trotzdem sehr schwer wäre die Klausuren auf Französisch zu bestehen.

Es sind also jetzt leider nur noch ca. 3 Wochen bis ich wieder zurück nach Berlin fliege und mein Erasmussemester hier endet. Ich finde das zurzeit sehr schade, da ich gerade in den letzten Wochen durch die TD's mit einigen Franzosen gut in Kontakt gekommen bin und so auch vermehrt Französisch gelernt habe und mich hier richtig eingelebt habe.

Aber andererseits freue ich mich natürlich auch auf zu Hause, auf die Weihnachtsfeiertage, sowie meine anschließende Asienreise und die bevorstehenden Praktika. Das Semester in München beginnt nämlich erst wieder Ende April, sodass ich noch fast 4 Monate 'frei' habe. Die Zeit muss ich natürlich nutzen und so fliege ich am 28.12. nach Hong Kong und treffe mich dort meiner Freundin Katha um dort Silvester zu feiern und anschließend noch nach Indonesien zu fliegen für insgesamt 6 Wochen. Im Februar und März werden ich dann wahrscheinlich noch ein 4wöchiges Praktikum in einer Gemischtpraxis in Norddeutschland machen und ein Praktikum im Veterinäramt. Darauf bin ich auch schon wirklich gespannt, da ich dann endlich mal praktische Erfahrungen sammeln kann.

Liebe Grüße aus Toulouse! Lea

 

03November
2016

Bilder aus Carcassonne, Toulouse und dem Trip zum Mittelmeer!

 

10Oktober
2016

Montpellier

Wie ihr an der Überschrift erkennen könnt, war ich mal wieder auf Reisen und dieses Mal ging es am Wochenende nach Montpellier. Das liegt nur ca. 2 1/2 Busstunden von Toulouse entfernt und bietet sich daher gut an für einen Wochenendtrip!

Zu 4. ging es am Samstagmorgen los, sodass wir Montpellier um ca. 12 Uhr erreichten. Der Busbahnhof war leider ziemlich weit außerhalb, was wir vorher nicht wussten und so mussten wir erstmal ein paar Kilomenter in die Stadt zu unserem Hotel laufen. Das Hotel lag glücklicherweise direkt in der Altstadt, sodass wir nach einer kurzen Erholungsrunde die Stadt erkunden konnten. Auf den ersten Blick wirkt die Stadt sehr reich und nobel und irgendwie prunkvoll. Auf der anderen Seite sind aber, wenn man in einige Seitenstraßen schaut viele Häuser heruntergekommen und es gibt allgemein sehr viele Obdachlose und Bettler.... Auch in Toulouse gibt es davon mehr als in Deutschland wie ich finde, aber in Montpellier war es doch nochmal intensiver.

Wir sind dann den ganzen Tag, ein bisschen planlos, einfach durch die vielen, mittelalterlichen Gassen gelaufen und hatten auch relativ schnell einen guten Überblick über die Stadt, da sie doch nicht so groß ist und auch um einiges kleiner als Toulouse. Ich mag es total, wenn Städte nicht so groß sind und man sich einfach ein bisschen treiben lassen kann und einfach dort Halt macht wo es einem gefällt.

Besonders gefallen hat mir der Place de la Comedie. Das ist der zentrale Platz in Montpellier zwischen Hauptbahnhof und Altstadt ( hier beginnt quasi die Altstadt), wo es viele Cafes und Restaurants gibt und daneben noch das wunderschöne Operngebäude sowie den sogenannten " La Fontaine des Trois Graces" (Brunnen der  drei Grazien). Es gibt hier auf dem Platz sehr viele Straßenmusiker und junge Tänzer/Hip Hop Gruppen, die ein paar wirklich coole Moves aufgeführt haben und auch das Publikum miteinbezogen haben: Sie haben z.B. einen asiatisch aussehenden Mann aus dem Publikum geholt und mit ihm den Gangnam Style aufgeführt. :D Auf dem Platz wurde einem also nicht langweilig :D

Am Sonntag sind wir dann noch ans Meer gefahren, weil Montpellier laut Google nur 20 Minuten vom Strand entfernt liegt und an dem Wochenende super schönes Wetter war. Schlussendlich hat es dann doch etwas länger gedauert aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir wurden mit einem sonnigen Strandtag belohnt :) Die anderen waren sogar noch Baden! Der Strand war auch dieses Mal wirklich so wie man sich einen Mittelmeerstrand vorstellt mit ruhigem Meer und weichem, warmen Sand :D Also nicht wie bei dem 1. Wochenende in der von Narbonne, wo es so super windig war....

Insgesamt war das wirklich ein sehr schönes Wochenende in Montpellier und vielleicht fahre ich in den nächsten Wochen nochmal hin!

Liebe Grüße,

Lea

23Sept
2016

Wochenende am Meer

Letztes Wochenende war ich mit Silja und knapp 80 anderen Erasmusstudenten aus Toulouse in La Franqui, einem kleinen Ort am Mittelmeer nahe Narbonne. Organisiert wurde das Ganze von der ESN (Erasmus Student Network) Toulouse, der Erasmusorganisation hier, was von freiwilligen, französischen Studenten organisiert und begleitet wird. Samstagmorgen ging es los: Treffpunkt war um halb 8 irgendwo in der Stadt wo wir vorher noch nie gewesen waren, weshalb Silja und ich lieber etwas früher losfahren wollten und demnach schon um kurz vor 6 aufstehen mussten. Mit dem Ergebnis, dass wir noch ne knappe 3/4 Stunde gewartet haben!

Für uns standen 2 Busse bereit und die Fahrt dauerte insgesamt knapp 2 Stunden. Allerdings haben wir noch einen Zwischenstopp in Carcassonne eingelegt. Das ist eine hübsche, kleine mittelalterliche Stadt mit einer Burg + Stadtmauer, die wir besichtigt haben und vielen hübschen Gässchen mit lauter leckeren Crepeständen! Carcassonne hat mir wirklich gut gefallen, die Zeit war nur etwas knapp, aber da es nur 1 Stunde von Toulouse entfernt ist werde ich sicher bald nochmal hinfahren. Während der restlichen Busfahrt haben sich alle Erasmusstudenten einmal vorgestellt, indem man in 2er Gruppen nach vorn gekommen ist und entweder auf Englisch oder Französisch Name, Alter, Land, Studiengang und "funny story" über seinen Partner berichtet hat. Das war ganz lustig, aber zum Kennenlernen nicht wirklich geeignet, da man sich auf so einer morgendlichen Busfahrt dann doch nicht über 50 Namen, Studiengänge und sonstige Geschichten merkt :D

Angekommen in La Franqui,was wirklich direkt am Meer liegt haben wir dann erstmal unsere Zimmer(auf einem Feriengelände mit einfach ausgestatteten Bungalows) bezogen: da wir vorher niemanden kannten wussten wir auch nicht mit wem wir im Zimmer waren. Aber wir hatten Glück: 3 nette Mädels aus Ungarn, Schweden und Deutschland! Später sind wir dann zum Strand gegangen, wo ich mich als Erstes kurz gefragt habe, ob wir nicht in die falsche Richtung gefahren sind und zwar Richtung Atlantikküste und nicht zum Mittelmeer! Es war nämlich super windig und das Meer war auch sehr unruhig und eher kalt und es gab dementsprechend viele Surfer bzw. Kitesurfer. Das kannte ich vorher eigentlich eher von der französischen Atlantikküste, weil ich da mal zum Surfen gewesen bin, aber scheinbar ist das üblich für diesen Teil der Mittelmeerküste, wie mir später berichtet wurde - wieder etwas gelernt! Der Wind ging uns dann nach einiger Zeit etwas auf die Nerven ging und es wurde etwas ungemütliich am Strand ,weshalb viele beschlossen zurück zur Unterkunft zu gehen. Silja und ich wollte aber den Blick aufs Meer und die Meeresluft zu genießen und haben uns daher erstmal in ein Cafe mit gutem Blick, aber schlechtem Kaffee gesetzt. Später sollte es dann eigentlich irgendwelche Kennlernaktivitäten bis in unserem Camp bis zum Abendessen geben, weshalb wir dann irgendwann zurückgegangen sind. Bei denen haben aber maximal ein Viertel mitgemacht hat (exklusive mir). Wir haben uns dann einfach so unterhalten oder Volleyball gespielt, wo ich auch ein paar nette Leute getroffen habe.

Das Abendessen war überraschenderweise wirklich toll - es gab frisch zubereitete Meeresfrüchte und gaaanz viele Muscheln und irgendwas mit Reis. Da hab ich mich sehr gefreut, denn ich lieeebe Meeresfrüchte und dazu noch direkt aus der Region! Nach dem Essen saßen alle dann noch gemütlich zusammen und haben sich weiter unterhalten. Leider wurde es nur irgendwie immer kälter, womit ich irgendwie nicht gerechnet hatte und demzufolge keine wirklich warmen Sachen dabei hatte - das war etwas blöd, weil ich dadurch recht früh aufs Zimmer gegangen bin.

Am nächsten Morgen haben wir dann alle gut ausgeschlafen ein eher dürftiges Frühstück/Mittagessen ( es war so ca. 13 Uhr) mit ein wenig Baguette gehabt bevor es am Abend zurück nach Toulouse gehen sollte. Vorher bin ich aber noch mit einer Gruppe aus einer Vietnamesin, einer Finnin,einer Kanadierin, Holländern und Franzosen, die ich erst beim Frachtstück kennengelernt hatte auf die Klippen in der Nähe vom Strand gewandert.

Die Gruppe war super nett und wir haben uns schnell angefreundet, sodass ich den ein oder anderen sicher in Toulouse nochmal wiedersehen werden. Auf den Klippen wurden wir dann abgesehen von einigen heftigen Windstößen mit einer tollen Aussicht auf den Strand und die Region belohnt (-> Bilder folgen!). Allerdings war die Wanderung auch ganz schön anstrengend. Könnte aber auch daran liegen, dass ich mich während des Physikum-Sommers so wenig bewegt habe, das ich überhaupt keine Ausdauer mehr habe :D Später gings dann mit dem Bus wieder zurück nach Toulouse und wir kamen sogar früher als geplant an, sodass wir die anderen 3 Mädels aus München noch begrüßen konnten, die ja wegen ihrer späten Physikumsprüfungen erst jetzt an dem Wochenende angekommen.

Jetzt sind wir also zu 5. und freue mich auf die kommende Zeit hier in Toulouse!

Ich werde versuchen in den kommenden Tagen mal ein paar Bilder hochzuladen, sobald ich sie vom Handy auf den Laptop gezogen habe!

Liebe Grüße, Lea

16Sept
2016

Ankunft mit Hindernissen!

So mit 2 Tagen und ca. 3 1/2 Stunden Verspätung bin ich dann am Sonntagmittag, den 10.09.2016 endlich in Toulouse angekommen! Eigentlich sollte ich ja schon am Freitagvormittag hier ankommen, aber als ich am Freitagmorgen um 6 Uhr am Check In Schalter am Flughafen Schönefeld stand musste ich leider feststellen, dass mein Perso nicht in meinem Portmonnaie war. (Reisepass hatte ich absichtlich nicht mit, weil ich den verlängern lassen wollte, da ich nach meinem Semester hier noch nach Asien will.) Tja dumm gelaufen, ohne Ausweis durfte ich natürlich nicht mitfliegen. Zu Hause ist mir dann wieder eingefallen, dass ich den in der Tasche gelassen hatte, die ich zu meiner letzten Physikumsprüfung mit hatte. Vor der Prüfung mussten wir immer unsere Ausweise vorzeigen und vor lauter Aufregung habe ich den dann eben nicht zurück ins Portmonnaie getan sondern einfach in die Tasche geworfen..... Naja zum Glück gab es 2 Tage später dann trotzdem noch einen einigermaßen günstigen Flug Toulouse.

Die erste Nacht hab ich dann erstmal im Hotel verbracht, da die Frau vom Wohnheim, in das ich ziehen sollte am Wochenende nicht da war. Ich bin am Sonntagnachmittag dann erstmal noch für ein paar Stunden in die Stadt gefahren. Da ich vorher noch nie in Toulouse bzw. in der Region hier war, war ich super gespannt wie die Stadt wohl so sein wird- wobei ich schon sehr viel positives aus Erfahrungsberichten gehört hatte..

Und ich wurde nicht enttäuscht: Mein erster Eindruck war wirklich suuper: Ich liebe die Stadt jetzt schon! Nicht zu groß, nicht zu klein, super nette und hilfsbereite Menschen ( was ich in anderen Ecken von Frankreich auch schon anders erlebt habe) und an jeder Ecke gibt es etwas anderes zu sehen. Und nicht zu vergessen das Wetter: ich kam an und konnte mich gleich erstmal umziehen: 34 Grad und strahlender Sonnenschein. Jetzt kann ich den durchs Physikum verpassten Sommer doch nocht etwas nachholen und vllt. etwas braun werden! :D

Nun aber mal zum eigentlichen Thema, warum ich eigentlich hier bin: Das Studium!

Ich verbringe hier mein 5. Semester an der Ecole Nationale Veterinaire de Toulouse, (einer der 4 Tiermedizinerfakultäten in Frankreich) zusammen mit 4 anderen Mädels aus meinem Semester in München. Bisher sind wir allerdings erst zu 2., da die anderen 3 diese Woche noch eine Physikumsprüfung haben! Der Campus, auf dem ich übrigens auch wohnen werde liegt etwas außerhalb und man braucht so ca. 30 Minuten in die Stadt, was ich aber nicht weiter schlimm finde.

Da die Uni eigentlich schon eine Woche vorher begonnen hatte( was wir aber wegen dem Physikum verpasst hatten) mussten wir am Montag dann erstmal ein paar administrative Sachen machen um unsere Studentenausweise und Stundenpläne zu bekommen. Kurse hatten wir vorher schon gewählt, insgesamt 4 Stück: Anatomie pathologique, Pharmakologie et toxicologie, Carnivores & Herbivores ( da geht es so zum Ernährung, Verhalten, Haltung usw. zu den einzelnen Tierarten).

Ich war am Anfang echt froh, dass wir zu 2. waren, da Silja im Gegensatz zu mir perfekt Französisch spricht und mir somit immer übersetzen konnte, wenn ich was nicht verstanden hab ( ca. 80 % :D). Wir haben dann ein paar allgemeine Sachen Mensa, Bibliotheksnutzung, Prüfungen usw. erklärt bekommen und wie wir unsere Stundenpläne abrufen können. Hier ist es nämlich so dass man jede Woche einen anderen Stundenplan hat und das kann man sich online anschauen. Man hat meistens Vorlesungen zu den einzelnen Kursen und ab und zu noch sogenannte Travaux diriges (TD) ( Ich weiß übrigens nicht wie man an dieser Tastatur hier Accents einfügt, also entschuldigt meine französische Rechtschreibung :D). Da hat man in Kleingruppen Unterricht und macht wohl Übungen zu den Vorlesungen. Das beginnt aber erst Anfang Oktober bei mir. Das sind auch die einzigen Sachen, wo man wirklich Anwesenheitspflicht hat bzw. die Anwesenheit kontrolliert wird. Also insgesamt recht entspannt!

Nachdem wir das dann alles geregelt hatten ging es auch am Nachmittag direkt schon los mit der ersten Vorlesung zu Anatomie pathologique. Glücklicherweise habe ich da sogar relativ viel verstanden, weil wir das Thema in München schon hatten und auch deutlich ausführlicher und die Fachbegriffe sind ja sowieso sehr ähnlich. Was mich außerdem überrascht hat, war, dass es deutlich weniger Studenten gibt als bei uns - vllt. max. so 40 während bei uns über 200 sitzen. Außerdem schienen mir die französischen Studenten viel motivierter als bei uns - alle haben ganz fleißig mitgeschrieben auf ihren Laptops und haben die ganze Zeit aufgepasst, was ich bei uns nur sehr selten beobachtet hab :D Ich bin jetzt mal gespannt wie die nächsten Tage so werden und wie die anderen Fächer so sind!

Nun mal zur Unterkunft: wie schon erwähnt wohne ich im Wohnheim direkt auf dem Campus - ein Tor weiter als die Hörsäle d.h. man läuft ca. 5 Minuten - perfekt für Langschläfer wie mich :D Ursprünglich bin ich davon ausgegangen mir hier ein Zimmer zu teilen mit nem anderen Studenten, weil das wohl die letzten Jahre immer so war. Aber zu meiner Überraschung hatte ich dann sogar ein Einzelapartment mit eigenem Bad + kleiner Küchenzeile und sogar relativ groß. Zwar einfach - Wohnheim like - gehalten aber trotzdem super wenn man auf Gemeinschaftsküchen und Doppelstockbetten eingestellt war :) Was ich nur vorher nicht wusste , dass die Zimmer so wenig ausgestattet sind. Außer den grundlegenden Möbel wie Bett,Schreibtisch, Stuhl, Schrank + Küche gab es nämlich nichts. D.h. ich musste erstmal los um mir eine Bettdecke, Kissen, Kochutensilien, Putzzeug, Teppiche, und so allerlei Zeug zu holen. Glücklicherweise gibt es hier einen riesigen Carrefour ganz in der Nähe. Und da gibt es einfach alles: von Staubsaugern über Kochtöpfen über ein riesiges Obstparadies bis hin zur Meeresfrüchte Abteilung mit lebendigen Krebsen. Das hat mich etwas an die amerikanischen Supermärkte erinnert und ich war etwas überrascht, weil ich gar nicht wusste, dass es sowas ähnliches auch in Frankreich gibt. Ich hab dann also alles gekauft, was ich tragen konnte. Insgesamt muss ich aber bestimmt noch 3-4 Mal hin um alles zu transportieren

Inzwischen fühle ich mich hier schon wirklich super wohl. Mir gefällt einfach alles: die Stadt, die Uni und mein Zimmer wird auch immer wohnlicher :) Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen noch so passiert und bin bis jetzt auf jeden Fall mega froh mich für das Auslandssemester entschieden zu haben, da ich nach dem anstrengenden Sommer einfach mal Entspannung brauche und was anderes sehen muss als unsere Münchner Fakultät!

Liebe Grüße aus dem sonnigen Toulouse!

Lea